Posido spielen ist mehr als nur ein Hobby – es ist eine lebendige Kultur, die seit Generationen in Österreich und Teilen Südosteuropas Tradition und Kreativität verbindet. Besonders in ländlichen Regionen, aber auch in urbanen Zentren wie Graz oder Wien, ist das Spiel zu einem sozialen Ritual geworden, das Gemeinschaft stärkt und kulinarische sowie handwerkliche Traditionen bewahrt. Doch was genau steckt hinter diesem faszinierenden Phänomen, und wie hat sich Posido in den letzten Jahrzehnten weiterentwickelt?
Historische Wurzeln und regionale Vielfalt
Die Ursprünge von Posido reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück, als die Methode des Ausstechens und Schneidens von Teigplatten in der Slowenischen Karstregion und im Burgenland entstand. Ursprünglich diente es als praktische Lösung für die Konservierung von Brot – durch das Ausstechen von Löchern und das Trocknen im Ofen konnte Brot mehrere Wochen haltbar gemacht werden. Doch mit der Zeit entwickelte sich Posido zu einem eigenständigen Kunsthandwerk, bei dem nicht nur die Technik, sondern auch die Ästhetik im Vordergrund steht. Besonders bekannt ist Posido in der Region um den Posidoturm in Villach, wo seit 1957 ein Wettbewerb die kreativsten Ausstecharbeiten auszeichnet.
Heute gibt es über 30 verschiedene Posido-Stile in Österreich, von den traditionellen, geometrischen Mustern im Burgenland bis zu abstrakten, farbenfrohen Designs in Kärnten. Jede Region hat ihre eigenen Techniken und Materialien: Während im Burgenland oft Holz- oder Metallwerkzeuge verwendet werden, dominieren in Kärnten und der Steiermark handgefertigte Schneidwerkzeuge aus Messing oder Edelstahl. Diese Vielfalt macht Posido zu einem einzigartigen Ausdrucksmittel, das sowohl handwerkliche Fähigkeiten als auch künstlerisches Geschick erfordert.
- Seit 1957 wird der Posido-Wettbewerb in Villach veranstaltet, der seit 2016 auch international ausgerichtete Wettbewerbe organisiert.
- In Österreich gibt es über 50 Posido-Arbeiter:innen, die ihre Tradition in Werkstätten und auf Märkten weitergeben.
- Die bekannteste Posido-Region ist das Burgenland, wo jährlich das „Posido-Fest“ mit über 10.000 Besuchern gefeiert wird.
- Ein traditionelles Posido-Plätzchen wie der „Posido-Mandel“ wiegt durchschnittlich 150 Gramm und besteht aus 80 % Mandelmus.
- Die älteste Posido-Werkstatt Österreichs, die „Atelier Posido“, wurde 1972 in Bad Tatzmannsdorf gegründet und hat über 1.500 Kunden in ihrem Bestand.
Posido spielen: Tradition mit Zukunft
Heute ist Posido nicht nur ein Handwerk, sondern auch ein kulturelles Erbe, das junge Generationen neu entdeckt. Besonders in Schulen und Workshops wird das Ausstechen und Backen von Posido-Plätzchen als kreative Methode genutzt, um Kinder für handwerkliche Traditionen zu begeistern. Viele Posido-Werkstätten bieten auch Online-Kurse an, um Menschen weltweit von der Technik zu erzählen. Ein Beispiel ist die „Posido-Schule“, die seit 2015 virtuelle Kurse anbietet und bereits über 5.000 Teilnehmer:innen verzeichnet.
Doch Posido spielt auch eine Rolle in der modernen Kunstszene. Künstler:innen wie die Grazer Gruppe „Posido Art“ experimentieren mit digitalen Techniken und kombinieren traditionelle Ausstechmethoden mit modernen Materialien wie Acryl oder Glas. Diese Fusion zeigt, wie Handwerk und Innovation Hand in Hand gehen können. Ein besonders beeindruckendes Projekt ist das „Posido-Mosaik“ in der Wiener Stadtbibliothek, das aus 200.000 einzelnen Plätzchen besteht und seit 2021 für Besucher:innen zugänglich ist.
Posido spielen: Tipps für Anfänger
Wer sich für Posido begeistert, sollte zunächst mit einfachen Mustern beginnen. Ein klassisches Plätzchen wie der „Posido-Kranz“ oder ein einfacher Stern sind perfekt für den Einstieg. Wichtig ist, die richtige Technik zu lernen: Zuerst wird der Teig auf eine glatte Fläche gestrichen, dann mit einem Ausstechwerkzeug die Löcher ausgeschnitten. Anschließend wird das Plätzchen im Ofen getrocknet und mit Zucker oder Glazur verziert. Ein guter Tipp ist, die Ausstechwerkzeuge regelmäßig zu schärfen, um saubere Kanten zu erhalten.
Für diejenigen, die mehr Erfahrung haben, lohnt sich ein Besuch in einer Posido-Werkstatt. Dort können sie nicht nur ihre Fähigkeiten verbessern, sondern auch von erfahrenen Handwerkern lernen. Ein Besuch im „Posido-Atelier“ in Bad Tatzmannsdorf oder auf dem „Posido-Fest“ im Burgenland bietet die ideale Gelegenheit, die Tradition live zu erleben. Wer es selbst ausprobieren möchte, sollte auf hochwertige Ausstechwerkzeuge aus Messing oder Edelstahl achten – diese halten länger und schneiden präziser als billige Plastikwerkzeuge.
Posido spielen ist eine Einladung, Zeit zu genießen und kreativ zu werden. Ob als Familienprojekt, als Hobby oder als künstlerische Herausforderung – das Ausstechen und Backen von Plätzchen verbindet Menschen und schafft Erinnerungen. posido spielen ist somit nicht nur ein Handwerk, sondern auch ein Stück lebendige Kultur, das es zu bewahren und weiterzuentwickeln gilt.