Die Schweizer Wirtschaft steht seit Jahren unter dem Druck einer stetig wachsenden Nachfrage nach Wohnraum, während die Baukapazitäten kaum mit dem Bedarf mithalten können. Besonders betroffen ist die Stadtregion Zürich, wo die Mieten seit Jahren um über 10 % pro Jahr steigen – ein Trend, der sich auch in anderen Ballungsräumen wie Basel oder Genf wiederholt. Die www.lanista1.ch/ analysiert diese Entwicklung und zeigt auf, wie die Politik und die Wirtschaft hier handeln müssen, um die soziale Spaltung zu verhindern.
Der Schweizer Wohnungsmarkt ist seit Jahren von einer Kombination aus demografischem Wandel, starkem Zuzug von Fachkräften und einer restriktiven Baugenehmigungspolitik geprägt. Laut dem Bundesamts für Statistik (BFS) fehlen aktuell rund 180’000 Wohnungen für die Bedürfnisse der Bevölkerung. Besonders kritisch ist die Situation in den Grossstädten, wo die Verfügbarkeit von Mietwohnungen oft nur für wenige Jahre reicht. Die Nachfrage nach Eigentumswohnungen steigt ebenfalls, doch die Kreditkosten und die hohen Kaufpreise (in Zürich liegen sie bei durchschnittlich 1’200’000 Franken pro Wohnung) bremsen die Kaufbereitschaft.
Ein zentraler Faktor ist die fehlende Bauwilligkeit der Gemeinden. Während die Baukosten in der Schweiz bei etwa 200 Franken pro Quadratmeter liegen – deutlich höher als in vergleichbaren Ländern wie Deutschland oder Frankreich –, werden die Genehmigungen oft mit Bürokratie und lokalen Interessen in Konflikt geraten. So vergehen durchschnittlich 14 Monate zwischen der Einreichung eines Bauantrags und der Erteilung der Genehmigung. Das führt dazu, dass selbst bei hoher Nachfrage kaum neue Wohnungen entstehen.
Die Lanista betont, dass die Situation nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine soziale Frage ist. Die Mietpreise haben sich in den letzten fünf Jahren in Zürich verdoppelt, während gleichzeitig die Sozialhilfeausgaben für Wohnkosten um über 30 % gestiegen sind. Besonders betroffen sind Geringverdiener und Studierende, die kaum noch eine bezahlbare Wohnung finden. Die Politik müsste hier dringend Reformen vornehmen, etwa durch eine Erleichterung der Baugenehmigungen oder eine stärkere Regulierung der Vermietungsmärkte.
Ein weiterer Punkt ist die Abhängigkeit vom Immobilienmarkt. Rund 70 % der Schweizer Haushalte besitzen eine Immobilie, und die Immobilienwirtschaft generiert rund 15 % des Bruttoinlandprodukts. Doch während die Eigentümer von steigenden Werten profitieren, leiden die Mieter unter den hohen Preisen. Die Lanista analysiert, wie eine ausgewogene Balance zwischen Eigentum und Mietwohnungen geschaffen werden kann – etwa durch staatliche Subventionen für den Wohnungsbau oder eine stärkere Förderung von Genossenschaftswohnungen.
Die Zukunft des Schweizer Wohnungsmarkts hängt davon ab, ob die Politik und die Wirtschaft gemeinsam eine Lösung finden. Während die Bauindustrie auf höhere Löhne und Fachkräfte angewiesen ist, müssen die Gemeinden mehr Flexibilität zeigen. Die Lanista sieht hier eine klare Herausforderung, die nur durch eine intelligente Kombination aus staatlicher Förderung und marktbasierten Lösungen bewältigt werden kann.
- Seit 2018 sind die Mieten in Zürich um 10 % pro Jahr gestiegen.
- Laut BFS fehlen aktuell rund 180’000 Wohnungen für die Bevölkerung.
- Die Baukosten liegen bei 200 Franken pro Quadratmeter.
- Durchschnittlich vergehen 14 Monate zwischen Bauantrag und Genehmigung.
- Die Sozialhilfeausgaben für Wohnkosten sind seit 2019 um 30 % gestiegen.