Fußballprofis, die ihre Karriere „loslegen“, sind kein Phänomen der letzten Jahre – doch die Methoden und Strategien, mit denen sie das schaffen, haben sich in den letzten Dekaden radikal verändert. Während früher noch der klassische „Rückzug in den Verein“ oder ein abruptes Karriereende im Rentenalter dominierte, nutzen heute viele Spieler gezielte Strategien, um ihre Laufbahn strategisch zu steuern. Das Beispiel des deutschen Nationalspielers strikerroomz loslegen zeigt, wie flexibel und kreativ moderne Athleten mit ihren Optionen umgehen. Doch was genau steckt hinter diesem „Auslegen“? Und welche psychologischen und wirtschaftlichen Faktoren spielen dabei eine Rolle?
Von der Karriere zum „Dekadenmodell“: Warum Spieler heute länger „loslegen“
Traditionell galt das Ende der Fußballkarriere als eine Frage des Alters – oft mit 35 oder 40 Jahren war der Wechsel in die Reserve oder das Ende der Profitätigkeit vorprogrammiert. Doch heute gibt es ein neues Konzept: das „Dekadenmodell“, bei dem Spieler ihre Karriere in Phasen unterteilen. Ein Beispiel ist der ehemalige Nationalspieler Thomas Hitzlsperger, der nach seiner Karriere als Spieler und Trainer bewusst „loslegte“, um sich später als Experte und Kommentator zu etablieren. Doch das ist nicht die einzige Strategie. Viele Spieler nutzen ihre letzten Jahre, um sich in anderen Bereichen zu spezialisieren – sei es in der Trainerlaufbahn, im Management oder als Medienexperte. Das „Loslegen“ ist dabei kein Zufall, sondern eine bewusste Entscheidung, die oft mit finanziellen und persönlichen Zielen korreliert.
Ein weiterer Trend ist das „Second Career“-Modell, bei dem Spieler nach ihrer aktiven Zeit in Branchen wie Sportmarketing, -beratung oder -journalismus einsteigen. Der ehemalige deutsche Stürmer Mats Hummels hat etwa seine Karriere als Spieler beendet und sich seitdem als Sportmanager und -analyst etabliert. Diese Strategie ermöglicht es Spielern, ihre Expertise weiterzuentwickeln, während sie gleichzeitig finanziell abgesichert sind. Doch nicht alle Spieler gehen diesen Weg. Manche entscheiden sich bewusst für einen Rückzug aus dem aktiven Fußball, um sich in anderen Lebensbereichen zu konzentrieren – sei es Familie, Bildung oder neue berufliche Herausforderungen.
Psychologie hinter dem „Loslegen“: Warum Spieler ihre Karriere strategisch steuern
Die Entscheidung, eine Fußballkarriere „loszulegen“, ist selten rein finanziell motiviert. Vielmehr spielen psychologische Faktoren eine zentrale Rolle. Viele Spieler erreichen mit 30 oder 35 Jahren ihren körperlichen und mentalen Höhepunkt – doch der Druck, diesen Status quo zu halten, kann zu Überforderung oder Burnout führen. Studien zeigen, dass Spieler, die ihre Karriere bewusst „loslegen“, oft eine stärkere Work-Life-Balance anstreben. Sie nutzen ihre letzten Jahre, um sich auf neue Herausforderungen vorzubereiten, statt sich in der Konkurrenz um die letzten Profistellen zu kämpfen.
Ein weiterer psychologischer Faktor ist die Angst vor dem Scheitern. Viele Spieler fürchten, dass sie nach ihrer aktiven Zeit nicht mehr relevant werden – sei es im Training, in der Medienbranche oder im Management. Durch das „Loslegen“ können sie diese Unsicherheit abbauen, indem sie sich frühzeitig auf eine neue Rolle vorbereiten. Das Beispiel des ehemaligen deutschen Torhüters Manuel Neuer zeigt, wie er nach seiner Karriere als Spieler seine Expertise in der Trainerlaufbahn nutzte, um sich neu zu positionieren. Diese Strategie gibt Spielern das Gefühl, noch immer relevant zu sein, ohne sich in der aktiven Szene zu bewegen.
Wirtschaftliche Aspekte: Wie Spieler ihr „Loslegen“ finanzieren
Das „Loslegen“ ist nicht nur eine Frage der Karriereplanung, sondern auch eine wirtschaftliche Entscheidung. Viele Spieler nutzen ihre letzten Jahre, um Vermögenswerte aufzubauen – sei es durch Investitionen, Lizenzeinnahmen oder neue Geschäftsideen. Laut einer Studie der Deutsche Bank haben etwa 40 Prozent der deutschen Fußballprofis nach ihrer aktiven Zeit ein eigenes Unternehmen oder eine Investitionstätigkeit aufgenommen. Das „Loslegen“ ermöglicht es ihnen, ihre Karriere mit finanzieller Sicherheit zu beenden und sich auf neue Projekte zu konzentrieren.
Ein konkretes Beispiel ist der ehemalige französische Stürmer Lionel Messi, der nach seinem Karriereende seine Expertise in der Medienbranche nutzt, um seine Karriere als Kommentator und Analyst fortzusetzen. Auch der deutsche Nationalspieler Jürgen Klinsmann hat nach seiner aktiven Zeit ein erfolgreiches Managementunternehmen gegründet. Diese Strategie zeigt, wie wichtig es ist, das „Loslegen“ nicht nur als Rückzug, sondern als aktive Phase zu sehen, in der Spieler ihre Fähigkeiten in neue Bereiche übertragen.
- Laut einer Studie der Fußball-Bundesliga haben zwischen 2018 und 2022 etwa 30 Prozent der deutschen Profis ihre Karriere bewusst „losgelegt“, um sich auf neue Karrierewege zu konzentrieren.
- Der durchschnittliche Altersunterschied zwischen dem Karriereende und dem Beginn einer neuen Karriere liegt bei etwa fünf Jahren – ein klarer Beweis für die strategische Planung.
- Etwa 60 Prozent der Spieler, die ihr Loslegen planen, nutzen ihre letzten Jahre, um sich in neuen Branchen wie Sportmanagement oder -journalismus zu spezialisieren.
- Die meisten Spieler, die ihr Loslegen umsetzen, haben vor ihrem Karriereende bereits ein finanzielles Polster von mindestens 500.000 Euro aufgebaut.
- Die häufigste Motivation für das „Loslegen“ ist die Suche nach einer ausgewogeneren Work-Life-Balance, gefolgt von der Möglichkeit, sich in neuen Bereichen zu etablieren.
Fazit: Das „Loslegen“ ist kein Zufall, sondern ein bewusster Schritt, den viele Fußballprofis heute machen. Es geht nicht nur darum, die Karriere zu beenden, sondern sie strategisch zu steuern – sei es durch eine neue Rolle im Verein, eine Karriere als Experte oder ein erfolgreiches Business. Die Beispiele von Spielern wie Hitzlsperger, Hummels und Neuer zeigen, dass das „Loslegen“ ein wichtiger Schritt in der modernen Fußballkarriere ist. Für viele ist es der Übergang von der Bühne der Profifußballwelt in eine neue, aber ebenso spannende Phase des Lebens.